Detail: Kosten des Wohnens

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Betriebs- und Heizkosten: Abrechnungen 2021/ 2022

Wie in jedem Frühjahr berichten wir in der Märzausgabe der „bei uns“ über die Kostenveränderungen in den Heiz- und Betriebskosten des letzten Jahres und wagen einen Ausblick für 2022.

Heizkosten
Das Coronavirus hat uns alle im vergangenen Jahr weiterhin sehr beschäftigt. Viele Menschen befanden sich mehrmals für längere Zeit wieder im Homeoffice. Mit der kommenden Betriebs- und Heizkostenabrechnung für 2021 sowie der individuellen Strom- und Wasserabrechnung werden wir alle daraus die kostenmäßigen Auswirkungen zu spüren bekommen. So ergab sich laut des neuen Heizspiegels der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online für das Jahr 2021 eine deutliche Erhöhung der Heizkosten um 13 %, vor allem für Wohnanlagen, welche mit Erdgas versorgt werden. Dies entspricht einer Mehrbelastung von rund 90 Euro für eine durchschnittliche Wohnung. Bei Fernwärme beträgt die Kostenerhöhung circa 9 %. Der Kostenanstieg ist auf höhere Energiepreise, kühlere Temperaturen sowie den zum 1. Januar 2021 neu eingeführten CO2-Preis zurückzuführen.

Gaspreis
Wie Sie bestimmt auch schon der Presse entnommen haben, steigen die Gaspreise gerade enorm an. Gründe dafür sind unter anderem die CO2-Abgabe, die den fossilen Rohstoff seit Januar 2022 um etwa 0,5 Cent pro Kilowattstunde verteuert hat, aber auch die deutlich angestiegenen Großhandelspreise. Erfreulicherweise können wir Ihnen mitteilen, dass der Netto-Gaspreis für 2022 – dank des Rahmenvertrages mit der E.ON Energie Deutschland GmbH – um knapp 3 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Der Gaspreis für 2021 lag noch bei 1,7569 ct/kWh (netto) zuzüglich Netzgebühren des Netzbetreibers sowie gesetzlicher Steuern und Gebühren, ab 2022 bei 1,7090 ct/kWh (netto). Allerdings steht zu befürchten, dass die Preiserhöhungen uns mit zeitlicher Verzögerung einholen werden.

C02 Preis
Beim Tanken Ihres Pkw haben Sie den CO2-Preis sicher bereits bemerkt. Dieser ist seit Januar 2021 auf 25 Euro pro Tonne festgelegt und gilt für die Bereiche Verkehr und Gebäude. Zum 1.1.2022 stieg der CO2-Preis bereits auf 30 Euro pro Tonne und wird weiter steigen. Die kommenden Jahre steigt der CO2-Preis auf festgelegte Beträge, so ist derzeit ein stufenweiser Anstieg bis 2025 auf 55 Euro anvisiert. Hierdurch soll der Umstieg auf klimafreundlichere Technologien gefördert werden.

Für unsere Mitglieder aus Wohnanlagen, welche durch Erdgas versorgt werden, heißt dies zunächst: Je Kilowattstunde Erdgas ergeben sich circa 0,54 Cent Mehrkosten für die staatliche CO2-Belastung ab 2021. Dies entspricht einer Kostensteigerung von rund 13,5 %.

Für das Jahr 2022 wird die CO2-Belastung nochmals steigen.

Strompreis
Der in unserem Rahmenvertrag mit den Stadtwerken Rostock verhandelte Arbeitspreis ist

um 8,5 % von 5,4230 ct/kWh netto (2021) auf 5,884 ct/kWh netto (2022) gestiegen. Insgesamt ist der Strompreis aber im Vergleich zum Vorjahr 2021 mit 28,46 ct/kWh (brutto) um circa 5 % auf 26,99 ct/kWh inklusive gesetzlicher Umlagen und Abgaben gesunken.

Ein Grund hierfür ist u. a. die Entlastung durch die EEG-Umlage. Diese wurde 2021

bei 6,5 ct/kWh gedeckelt und liegt 2022 bei nur noch 3,723 ct/kWh. Dies ergibt eine Reduzierung von knapp 43 % durch die EEG-Umlage. Es wurde politisch vereinbart, einen Teil der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung zur Finanzierung der EEG-Umlage zu nutzen.

Gebühren für Müllentsorgung und Gehwegreinigung steigen
Die Hansestadt Hamburg hat ab dem 1.1.2022 die städtischen Gebühren für die Müllentsorgung und öffentliche Gehwegreinigung erneut angehoben. So hat der Hamburger Senat die Gebührenänderungen wie folgt beschlossen: Die Kosten der Müllentsorgung sowie die Gehwegreinigung sind um jeweils 1,8 % gestiegen. Die Hausmüllentsorgung führt bei einem durchschnittlichen Hamburger Haushalt im Geschosswohnungsbau zu einer jährlichen Mehrbelastung von circa 3,96 €. Die Mehrkosten der Gehwegreinigung belaufen sich bei einer Grundstücksbreite von 15 Frontmetern und einer wöchentlichen Reinigungsfrequenz auf monatlich einen Cent mehr.

Trinkwasserpreis steigt minimal
 Der allgemeine Trinkwasserpreis der Hamburger Wasserwerke ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Im Jahr 2021 lag der allgemeine Wasserpreis bei 1,92 € inkl. 7 % Umsatzsteuer je Kubikmeter. Seit dem 1.1.2022 liegt der Wasserpreis bei 1,93 € brutto je Kubikmeter. Ebenso wurden die Grundpreise pro Monat je Zähler um circa 3–5 %, je nach Zählergröße, angehoben.

Laub- und Grünabfälle kostenlos entsorgen
Gerne möchten wir Sie darauf aufmerksam machen, dass ab dem 1.1. 2022 für die Abgabe von Laub- und Grünabfällen aus privat genutzten Gärten auf den Recyclinghöfen der Stadtreinigung Hamburg keine Gebühren mehr erhoben werden. Sollten Sie also über einen kleinen Gartenanteil verfügen, nutzen Sie gern dieses Angebot der Stadtreinigung. Zudem sammelt die Stadtreinigung von Mitte Oktober bis Dezember jedes Jahr die gebührenpflichtigen Laubsäcke an fünf festen Abholterminen vom Fahrbahnrand ein. Die passenden Laubsäcke erhalten Sie bei allen Recyclinghöfen oder auch in vielen Drogeriemärkten (z. B. Budnikowsky) für 1,00 Euro pro Stück. Gerade in Corona-Zeiten ist es wichtig, die Mülltonnen zu entlasten, sodass nicht das gesamte Laub in den Biomüll- oder auch Restmülltonnen entsorgt wird. Bitte bedenken Sie, dass durch Homeoffice und Onlinebestellungen bereits deutlich mehr Abfall entsteht.

Mehrwertsteuer-Beeinflussung
Die pandemiebedingte Mehrwertsteuersenkung im zweiten Halbjahr 2020 hat sich auch deutlich auf viele Kostenpositionen bei den Betriebs- und Heizkosten 2020 ausgewirkt. Viele unserer Mitglieder hatten hiervon im Zuge der letzten Nebenkostenabrechnung für 2020 profitiert und erhielten eine Gutschrift. 2021 ist diese partielle Steuersenkung wieder aufgehoben worden und hat sich entsprechend auch auf die Preise ausgewirkt. Wenn Sie also die Kostenpositionen 2020/2021 vergleichen, bedenken Sie diese Besonderheit.

Abrechnungen 2021
Wie hoch die Mehrbelastung aus der Abrechnung 2021 für unsere Mitglieder im Einzelnen tatsächlich sein wird, können wir leider noch nicht absehen. Nach all den genannten Kostenbeeinflussungen 2021 ist es wahrscheinlich, dass sich für das Jahr 2021 mehr Nachzahlungen ergeben werden als für das Jahr 2020. Wie hoch diese ausfallen können, hängt allerdings von vielen Faktoren ab: Ihre monatliche Vorauszahlung, die gestiegenen Kosten, die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf die „alten“ Sätze und das individuelle Verhalten unserer Mitglieder beim Heizen und beim Wasserverbrauch. Die Verbraucherpreise in Deutschland haben im vergangenen Jahr stark angezogen und lagen erstmals seit fast 30 Jahren bei über 5 Prozent. Einen höheren Wert gab es zuletzt im Juni 1992 mit 5,8 Prozent. So kann es auch zu einer Nachzahlung aus der Betriebs- und Heizkostenabrechnung kommen, selbst wenn Sie energiebewusst gelebt haben, da einige Kostenpositionen – unabhängig von Ihrem Verbrauchsverhalten – gestiegen sind!

Die ersten Betriebs- und Heizkostenabrechnungen für 2021 werden voraussichtlich frühestens ab dem Monat Mai 2022 erstellt. Wir möchten Sie bitten, die kommende Betriebs- und Heizkostenabrechnung für 2021 zunächst abzuwarten. Im Zuge der Abrechnung werden wir prüfen, ob Ihre monatlichen Vorauszahlungen angepasst werden sollten, auch in Hinblick auf den CO2-Preis.

Sollten Fragen zu Ihrer Nebenkostenabrechnung aufkommen, können Sie unsere Mitarbeiterin, Frau Franziska Fischer, gern telefonisch (040/ 423 008 - 55), per E-Mail (fischer@1904.de) oder auf dem Postweg kontaktieren.