Detail: Interview mit dem Sozialen Management unserer Stiftung

 

 

 

 

 

 

Die perfekte Ergänzung 

Das Soziale Management unserer 1904 ist umgezogen. Seit Anfang des Jahres gehört es komplett zu unserer Stiftung Nachbarn helfen Nachbarn“. Was sich dadurch ändert und welche Chancen der Wechsel bietet, verrät uns unser Team vom Sozialen  Management im Interview.

Bisher war das Team vom Sozialen Management in erster Linie für die Nachbartreffs und die Einzelfallberatung zuständig. Haben Sie jetzt weitere Aufgaben übernommen?

Dirk Konstanzer: Ja, zu unseren Aufgaben gehört es jetzt auch, die Stiftung nach außen zu vertreten; sie bei Stadtteilkonferenzen, Arbeitsgruppen und Vereinen bekannt zu machen und auf förderfähige Projekte und die finanzielle Förderung aufmerksam zu machen. Richtungsweisend sind dafür selbstverständlich die Stiftungsziele: die Integration fremder Kulturen, die Förderung von Kindern, Jugendlichen und der älteren Generation, um das nachbarschaftliche Miteinander zu stärken. In diesem Sinne suchen wir neue Kontakte, um uns im Stadtteil zu vernetzen.

Ein solches Netzwerk aufzubauen und zu pflegen nimmt viel Zeit in Anspruch. Müssen dann an anderer Stelle Abstriche gemacht werden?

Birgit Langkam: Im Gegenteil: Es ist die perfekte Ergänzung. In einem guten Netzwerk ergeben sich immer Synergieeffekte, die man nutzen kann, und das bietet viele neue Perspektiven. Für die Planung des neuen Veranstaltungsprogramms habe ich beispielsweise Kontakt mit der Geschichtswerkstatt Eimsbüttel aufgenommen. In diesem Sinne werden wir unsere Kontakte in den Quartieren intensivieren. Aber nicht nur in dieser Hinsicht ist Vernetzung von Vorteil. Auch für die Einzelfallhilfe ist es sehr hilfreich. Je mehr Menschen man kennt, desto schneller findet sich eine Lösung. 1904-Mitgliedern wird künftig also nicht weniger geboten, sondern mehr.

Das klingt nach konkreten Plänen. Was haben Sie vor?

Dirk Konstanzer: Als Erstes wollen wir Bewährtes wieder ins Rollen bringen. So wie in Hamm die Nähstunden, das PC-Training und die Bingo-Nachmittage, die unsere Bewohner besonders stark vermissen. Zugleich soll es auch neue Angebote geben. Tolle Ideen dafür gibt es reichlich und unsere Mitglieder scharren schon mit den Hufen, sie endlich umsetzen zu können. Im Nachbar-Treff unserer Wohnanlage in der Eckerkoppel beispielsweise würden einige Eltern gern eine Kinderdisco organisieren und Kino für Kinder. 

Birgit Langkam: Langfristig wollen wir versuchen, die Nachbar-Treffs bei Jugendlichen bekannter zu machen, und ihnen zeigen, dass sie auch ihnen offenstehen. Generell möchten wir gerne mehr Angebote bieten, die zwischen den Generationen vermitteln; gerne auch in Zusammenarbeit mit Schulen. 

Dirk Konstanzer: … und irgendwann wollen wir auch die Tour durch die Quartiere wieder aufnehmen. 

Birgit Langkam: Eigentlich stehen wir schon in den Startlöchern. Solange die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus so groß ist, müssen wir aber leider noch warten.

Apropos: Während der Pandemie sind die Nachbar-Treffs geschlossen. Wie bleiben Sie trotzdem in Kontakt mit den Mitgliedern und was können Sie anbieten?

Birgit Langkam: Wir versuchen, uns sichtbar zu machen. In Eimsbüttel nutzen wir dafür seit dem Winter die Schaufenster. Darüber lässt sich auch kommunizieren. Sehr viele Menschen gehen täglich am Nachbar-
Treff vorbei und viele Nachbarn erzählen, dass ihnen der Treff fehlt. Auch wenn sie ihn derzeit nicht nutzen können, sollen sie wissen, dass weiterhin etwas passiert. Die Ausstellungen werden auch sehr gut angenommen. Deshalb haben wir jetzt monatliche Wechsel geplant. 

Dirk Konstanzer: Ja, Corona ist schon eine Herausforderung, aber einiges ist schon möglich. Seit vorigem Jahr planen wir Ausflüge überwiegend draußen. Beliebt sind thematische Sparziergänge. In der Einzelfallberatung setzen wir auf ausführliche Telefonate und begleitende Gänge „um den Block“. 

Birgit Langkam: Was wir uns auch vorstellen können, sind spontane Aktionen wie Hofkonzerte. Da wir solche Veranstaltungen aus organisatorischen Gründen nicht in der „bei uns“ ankündigen können, geben wir die Termine als Aushang in der Wohnanlage und über die digitalen Haustafeln bekannt. 

Wagen wir mal einen Blick in die hoffentlich nahe Zukunft ohne Corona. Worauf freuen Sie sich besonders?

Birgit Langkam: Auf die Ehrenamtlichen-Arbeit. So ein Nachbar-Treff steht und fällt mit den Menschen, die sich unentgeltlich engagieren. Ein Dankeschön für all diese Menschen wäre mir ein Anliegen. 

Dirk Konstanzer:Da kann ich mich meiner Kollegin nur anschließen. Generell freue ich mich darauf, unsere Mitglieder wieder treffen zu können, und auf Veranstaltungen für die Gemeinschaft.

Westlich der Alster hat Birgit Langkam ihr neues berufliches Zuhause gefunden. Sie kam zum 1. Januar 2021 zu uns an Bord und organisiert unseren Nachbar-Treff in Eimsbüttel sowie das dortige Soziale Management. Zuvor hat sie viele Jahre für einen sozialen Träger in Hamburg gearbeitet.

Dirk Konstanzer ist seit 2019 für uns im Sozialmanagement tätig. Der Sozialpädagoge leitet unsere beiden Nachbar-Treffs in Hamm und Wandsbek und ist im Sozialen Management erster Ansprechpartner für alle Mitglieder, die östlich der Alster wohnen.