Generationentreffen

Kinder, Eltern, Großeltern – alle unter einem Dach. In Deutschland ist das eine Seltenheit geworden. In Großstädten wie Hamburg fast schon exotisch. Schade eigentlich, denn Alt und Jung sind durchaus neugierig aufeinander und können sich prima gegenseitig unterstützen. Das zeigt aktuell ein Projekt in unserer Servicewohnanlage „Am Mühlenteich“.

„Scones, Pizza, Antipasti, Frikadellen…“ Heidi Opfer zählt die Speisen in einem so fröhlichen Ton auf, dass man meinen könnte, sie schwärmt von einem guten Brunch. Um den Geschmack geht es ihr in diesem Moment aber nicht, auch wenn Ehemann Peter Opfer bescheinigt, „alles war sehr lecker“! Nein, die 76-Jährige ist von den Kochaktionen begeistert, die den Köstlichkeiten vorausgingen. Ausnahmsweise stand sie nicht allein am Herd. Mal wirbelten in ihrer Küche noch drei 15- bis 18-jährige Schülerinnen herum, mal sogar fünf. Allerdings nicht, um die beiden Rentner zu unterstützen. „Naja“, sagt Heidi Opfer, „ursprünglich war das wohl mal so angedacht.“ Das Rentner-Paar ist aber so fit, wie der viel zitierte Turnschuh und so haben die beiden das Beste aus der Situation und den Zutaten gemacht. „Ich habe ihnen ein paar Koch- und Backrezepte beigebracht und ihnen gezeigt, wie man Marmelade herstellt.“ Heidi und Peter Opfer leben in unserer Servicewohnanlage „Am Mühlenteich“. Die Kochaktionen sind im Rahmen eines Langzeitprojekts entstanden, das dort vor einem Jahr startete. Auf Initiative unseres Servicebüro-Leiters Rüdiger Georg und unter der Trägerschaft der SportsJobs 123 GmbH besuchen seitdem regelmäßig Schüler der Stadtteilschule Hamburg-Mitte unsere Mitglieder und bieten ihre Hilfe an.

Wobei das Echo auf das Hilfsangebot verhaltener ist, als erwartet. „Das haben wir tatsächlich anders eingeschätzt“, räumt Stefanie Meyer von SportJobs ein. Hinter dem Projekt steckt eine Qualifizierungsmaßnahme, mit der SportsJobs mit Unterstützung der Röder-Stiftung den Schülern zum einen wichtige Schlüsselqualifikationen wie Fairness, Verantwortungsbewusstsein, Teamgeist und Zuverlässigkeit vermitteln möchte. Zum anderen erhalten die Schüler einen praxisnahen Einblick in soziale Berufe. Stefanie Meyer: „Selbstverständlich werden sie darauf vorbereitet.“ So diskutieren die Schüler zuvor Fragen zum Altern und zum sozialen Engagement. Genauso erarbeiteten sie aber auch Ideen-Kataloge und planen Veranstaltungen und Aktionen.

Das Projekt findet jetzt zum vierten Mal statt. „Vorher haben wir mit Pflegeeinrichtungen kooperiert“, erzählt Stefanie Meyer. Dort standen die Schüler vor dem Problem, dass die Bewohner oftmals körperlich nicht in der Lage waren, an Aktionen teilzunehmen. Unsere Mitglieder in der Servicewohnanlage sind wiederum sehr aktiv und benötigen kaum Hilfe.

Ist das Projekt damit gescheitert? Nein, es hat sich lediglich anders entwickelt. Neben dem Ehepaar Opfer nahmen auch andere Mitglieder unser Servicewohnanlage am Projekt teil. Einige nahmen das Hilfsangebot gern an und ließen sich zum Arzt begleiten, die Haare waschen oder baten die Schüler, den Keller aufzuräumen. Andere kamen wiederum der Bitte einiger Schüler nach und erzählten ihnen ihre Lebensgeschichte. „Mir hat es sehr viel Spaß gemacht“, resümiert Heidi Opfer und hat damit sehr wahrscheinlich die gleichen Worte gewählt wie die Schüler. Stephanie Meyer hat jedenfalls sehr positive Rückmeldung bekommen. „Alle sind sehr begeistert. Mehr noch: Eine Schülerin hat gerade ein Praktikum in einer Pflegeeinrichtung angefangen, eine andere sogar einen Ausbildungsvertrag zur Altenpflegerin unterschrieben.“

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